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Nico CESIGewerkschaft GÖD kritisiert in Brüssel die fehlende altersgerechte Arbeitsgestaltung und die Sensibilität für erschwerte Arbeitsbedingungen im Alter und fehlenden leidengerechten Arbeitsplätzen und macht dies am Beispiel der Fluggastkontrolle fest

„Folgt man den Empfehlungen der Europäischen Kommission, dann gibt es zukünftig weder Vorruhestand noch Altersteilzeit, sondern nur Arbeiten bis 67 und vielleicht auch noch länger“, sagt Nico Caló, CGB/GÖD Berichterstatter in Brüssel, nach der CESI Veranstaltung am 24.04.2013 in Brüssel. Die CESI (Europäische Union unabhängiger Gewerkschafter) hatte in Brüssel zu einer Veranstaltung mit Fritz von Nordheim Nielsen, Europäische Kommission, und Ria Oomen-Ruijten MEP, Berichterstatterin im Europäischen Parlament, zum Thema: Weißbuch, Eine Agenda für angemessene, sichere und nachhaltige Pensionen und Renteneingeladen. Im Mittelpunkt der Vorträge stand „länger arbeiten“ und „mehr finanzielle Eigenvorsorge betreiben“.“Verkannt wird bei der Forderung nach einem höheren Renteneintrittsalter, dass heute schon wegen der fehlenden alters- und alternsgerechten sowie leidensgerechten Arbeitsplätze, Beschäftigungsverhältnisse aufgelöst werden, mit dem Argument das eine innerbetriebliche Umsetzung nicht möglich sei“, so Nico Caló in seinem Debattenbeitrag, der dem CESI- Fachausschuss Soziales und Beschäftigung (SOC) als Vizepräsident angehört. Und führt weiter aus: „Wer durch Marktöffnung Arbeitsbedingungen erschwert und Druck ausübt, vernichtet alters- und leidensgerechte Arbeitsplätze“, und macht dies an der vor Kurzem im Europaparlament verabschiedeten Vorlage für eine neue Verordnung für die Bodenverkehrsdienste, deutlich. Die Gewerkschaft GÖD ist der Auffassung, dass ein längerer Verbleib im Erwerbsleben nur möglich ist, wenn Arbeits- und Gesundheitsschutz durch bessere Arbeitsbedingungen verbessert werden. Aber auch die Aufforderung nach verstärkter finanzieller Eigenvorsorge für die Rente läuft doch ins Leere, wenn den Beschäftigten die finanziellen Mittel fehlen. Wer sich hinter die Forderung nach verstärkter finanzieller Eigenvorsorge für die Rente stellt, der sollte sich dann auch für höhere Gehälter einsetzen, damit die finanzielle Belastbarkeit von den Beschäftigten getragen werden kann. Dass Beschäftigte aktuelle Einschränkungen hinnehmen sollen scheidet aus, weil die finanziellen Mittel zur Sicherung des Lebensunterhalts benötigt werden.

Die Gewerkschaft GÖD macht sich für EUCH STARK:

  • Für bessere Arbeitsbedingungen - Durch besseren Arbeits- und Gesundheitsschutz!
  • Gegen Ausgrenzung im Alter und bei Krankheit - Für bessere Alters- und leidensgerechte Arbeitsbedingungen! 

Dafür brauchen wir Eure Unterstützung - Denn nur wer Mitmacht kann Mitentscheiden und kann etwas Verändern

V.i.s.d.P: Nico Caló, GÖD RV Südwest, Eisenbahnstr. 25, 66117 Saarbrücken

Tel. 0681/92728-30, Telefax: 0681/92728-33 E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.

 

Schlagzeilen

BAG ermöglicht sachgrundlose Befristung bei mehr als drei Jahren zurückliegender Zuvor-Beschäftigung!

Mit seiner Entscheidung vom 4. April hat das Bundesarbeitsgericht eine gravierende Änderung für befristete Arbeitsverträge herbeigeführt.

Gem. § 14 Abs. 2 TzBfG ist eine kalendermäßigen Befristung ohne Vorliegen eines sachlichen Grundes bis zur Dauer von zwei Jahren zulässig, wenn mit demselben Arbeitgeber zuvor kein befristetes oder unbefristetes Arbeitsverhältnis bestanden hat.

Dies wurde bisher so ausgelegt, dass bei einer - auch über viele Jahre zurückliegenden - früheren Beschäftigung beim selben Arbeitgeber eine wirksame sachgrundlose kalendermäßige Befristung nicht mehr möglich ist.

Entsprechende befristete Arbeitsverträge wurden damit als unbefristet bewertet.

Nach der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 4. April 2011 ( Az: 7 AZR 716/09) ist nun auch eine sachgrundlose Befristung bis zu zwei Jahren möglich, wenn eine frühere Beschäftigung des Arbeitnehmers beim selben Arbeitgeber mehr als drei Jahre zurückliegt.

Dadurch soll nach Ansicht des 7. Senats verhindert werden, dass das dauerhafte Beschäftigungsverbot ein Einstellungshindernis darstellt.

Die Regelung des § 14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG soll den Arbeitgebern ermöglichen, auf schwankende Auftragslagen und wechselnde Marktbedingungen flexibel zu reagieren. Daneben soll für Arbeitnehmer die Möglichkeit der Dauerbeschäftigung geschaffen werden.

Raymund Kandler